Sie besitzen ein Reihenhaus und möchten es vermieten? Die gute Nachricht: Vor allem in Großstädten sind Reihenhäuser bei Mietern sehr beliebt. Wir erklären Ihnen, was Sie bei der Vermietung beachten sollten und beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen.
Reihenhaus vermieten oder verkaufen?
Ob sich eine Vermietung lohnt oder ein Verkauf die bessere Option ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Da es sich bei einem Reihenhaus in der Regel um ein Einfamilienhaus handelt, ist der Verkauf meistens die wirtschaftlichste Option. Eine Vermietung bedeutet zwar ein dauerhaftes Nebeneinkommen, allerdings tragen Sie als Vermieter einen Großteil der Sanierungskosten. Auch wenn sie gerade in Großstädten beliebt sind, bedeutet die Vermietung immer einen zusätzlichen Aufwand.
Handelt es sich um ein „Scheidungshaus“, ist der Verkauf fast immer die beste Lösung. Nach einer Trennung kann der Erlös des Hauses nämlich einfach zu gleichen Teilen ausgezahlt werden. Gleiches gilt auch bei einem geerbten Haus.
Die Mietrendite ist maßgeblich bei der Entscheidung, ob es sich lohnt, ein Reihenhaus zu vermieten. Ab drei Prozent pro Jahr spricht man von einer guten Mietrendite. Die Vermietung Ihres Reihenhauses kann aber auch sinnvoll sein, wenn die Verzinsung alternativer Geldanlagen geringer ist.
Beachten Sie, dass auch persönliche Umstände für die Vermietung und gegen den Verkauf sprechen können – insbesondere, wenn Sie stark an der Immobilie hängen und vielleicht sogar planen, zu einem späteren Zeitpunkt einzuziehen.
Tipps für die Vermietung eines Reihenhauses
Wenn Sie Ihr Reihenhaus ohne Makler vermieten möchten, beachten Sie die folgenden Tipps:
- Bevor Sie Ihr Haus vermieten, benötigen Sie einen gültigen Energieausweis. Während bei Bestandshäusern ein Verbrauchsausweis ausreicht, ist bei Neubauten ein Bedarfsausweis notwendig. Dieser gibt den theoretischen Energiebedarf an.
- Um den Mietpreis zu berechnen, addieren Sie die Nettokaltmiete mit den Nebenkosten. Einen Einfluss auf die Nettokaltmiete haben neben der Größe und Aufteilung der Wohnfläche auch die Lage und der Zustand des Reihenhauses. Weitere Informationen zur Berechnung der Nebenkosten bei der Vermietung sowie eine Übersicht aller umlagefähiger Nebenkosten und nicht umlagefähiger Nebenkosten erhalten Sie in unserem Ratgeber.
- Nehmen Sie hochwertige Fotos von Ihrem Reihenhaus auf, idealerweise bei Tageslicht. Beschreiben Sie im Inserat Zimmeranzahl und -zweck, Größe, Lage und Einzugstermin. Für die Zielgruppe eines Reihenhauses, zum Beispiel junge Familien, können darüber hinaus weitere Informationen über die Nachbarschaft oder die Nähe zu Schulen und Kindergärten interessant sein. Teilen Sie das (Online-)Inserat anschließend über regionale und soziale Medien.
- Bereiten Sie das Haus für Besichtigungen vor und halten Sie es sauber und aufgeräumt. Wählen Sie anhand der eingehenden Nachrichten potenzielle Mieter aus und vereinbaren Sie Besichtigungstermine. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um sich einen Eindruck von den Mietern zu verschaffen und diesen alle relevanten Fragen zu beantworten.
- Bevor Sie sich für neue Mieter entscheiden, empfiehlt es sich, ihre Bonität zu prüfen. Fordern Sie dazu eine Selbst- und SCHUFA-Auskunft von den Interessenten.
- Erstellen Sie einen Mietvertrag in zweifacher Ausfertigung. Darin sollten alle Rechte, Pflichten, Rahmenbedingungen sowie die Miethöhe klar geregelt sein. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Experten über die aktuelle Rechtslage beraten. Achten Sie bei der Vermietung des Reihenhauses auch darauf, dass die Gartenpflege geregelt ist und die Zuständigkeiten für das Kehren und Räumen der an das Grundstück angrenzenden Gehwege festgelegt sind.
- Erstellen Sie bei der Übergabe ein Übergabeprotokoll, in dem Sie unter anderem eventuelle Mängel und Zählerstände dokumentieren.
Mehr zur Erstellung eines Mietvertrags finden Sie in unserem Ratgeber rund um das Thema „Haus vermieten“.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Reihenhaus vermieten“
Reihenhäuser zur Miete sind besonders in Städten beliebt. Die Mietrendite ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, ob die Vermietung sinnvoll ist. Ob sich eine entsprechende Investition für Sie lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der aktuellen Wirtschaftslage, der Lage der Immobilie, der Höhe der Investitionskosten und der erwarteten künftigen Wertsteigerung.
Darüber hinaus spielen persönliche Umstände eine wichtige Rolle: Wenn Sie beispielsweise das Reihenhaus später selbst nutzen möchten, kann die Vermietung eine attraktive Option sein, um die Immobilie in der Zwischenzeit zu nutzen und Einkünfte zu erzielen.
Auch der Zeitpunkt ist entscheidend: Eigentümer, die ihre Immobilie weniger als 10 Jahre besitzen, müssen nämlich Spekulationssteuer zahlen. Oft ist dann die Vermietung die bessere Variante.
Die Mietpreisermittlung für Einfamilienhäuser ist etwas komplexer als für Wohnungen, da es keinen standardisierten Mietspiegel gibt. Die Berechnung eines angemessenen Mietpreises erfordert daher eine gründliche Marktbeobachtung und eine sorgfältige Analyse vergleichbarer Häuser in ähnlichen Lagen. Bei Reihenhäusern bietet es sich an die angrenzenden Häuser zum Vergleich heranzuziehen, da diese in der Größe, Ausstattung und Qualität ähnlich sind. Falls möglich, vergleichen Sie die Mietpreise, um eine Vorstellung von der ortsüblichen Miete zu bekommen. Besonders die Lage ist ein entscheidender Faktor für die Mietpreisermittlung.
Für die Warmmiete addieren Sie die Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas) mit der Nettokaltmiete. Die Höhe der Mietkaution darf maximal drei Kaltmieten betragen.
Lassen Sie sich am besten von einem regionalen Makler zum Mietpreis beraten. Der kennt den Markt und weiß, was möglich ist.