Die Inflation ist im Alltag in gestiegenen Preisen für Produkte und Dienstleistungen deutlich spürbar. Aber wie wirkt sie sich auf den Immobilienmarkt aus? Wie wird sie sich in der nächsten Zeit noch auswirken? Und vor allem: Sind Immobilien ein guter Inflationsschutz?
Die Auswirkungen der Inflation auf Immobilien
Höhere Zinsen für Baufinanzierungen
Mit den Turbolenzen an den Finanzmärkten, der veränderten Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der einhergehenden Inflation sind auch die Zinsen für die Baufinanzierung stark gestiegen – im November 2023 lagen sie zum Beispiel bei rund 4,3 Prozent für 15 Jahre Sollzinsbindung. Im Vergleich dazu: Anfang 2022 lag sie noch bei 1,3 Prozent für 15 Jahre Sollzinsbindung.
Ende des Jahres 2024 sind die Bauzinsen wieder gesunken. Zu Beginn des Jahres 2025 ist allerdings wieder ein leichter Anstieg erkennbar. Während sie im Januar 2025 noch bei 3,26 Prozent (15 Jahre Sollzinsbindung) lagen, lagen sie im September 2025 bei rund 3,86.
Mittelfristig wahrscheinlich eine Seitwärtsbewegung
Leichte Schwankungen in der Zinsentwicklung sind weiterhin möglich. Experten prognostizieren für 2026 einen Seitwärtstrend mit leichtem Aufwärtsdruck.
Immer noch günstige Finanzierungen
Die Zinsen für eine Baufinanzierung lagen zuletzt im September 2024 bei rund 3,86 Prozent bei einer Sollzinsbindung von 15 Jahren – und sind damit immer noch günstig.
Weiterhin starke Nachfrage nach Wohnimmobilien
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien wächst und auch im ländlichen Raum ist eine stärkere Nachfrage zu beobachten. Diese Entwicklung ist vermutlich auch das Resultat der gesunkenen Zinsen für Baufinanzierungen. Denn mit den niedrigeren Zinsen werden Immobilien als Anlage wieder attraktiver.
Weiterhin hohe Preise
Laut Empirica-Immobilienindex sind von 2009 bis 2022 die Immobilienpreise in Deutschland gestiegen. 2023 war seit vielen Jahren erstmals ein leichter Rückgang erkennbar. Seit 2024 bis heute stabilisieren sich die Preise. Trotz der Veränderung liegen die Preise aber weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Gerade in Ballungsräumen wie Köln, Bonn und Düsseldorf steht der immer weiter steigenden Nachfrage nämlich ein geringes Angebot gegenüber. Dieser Mangel ist sowohl für Mieter als auch Käufer spürbar.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Immobilien und Inflation
Vereinfacht gesagt verliert Geld bei einer Inflation die bisherige Kaufkraft, ist also weniger wert. Der Grund: Notenbanken drucken neues Geld, es wird demnach mehr Geld in dem Umlauf gebracht. Zuletzt war das 2008 während der Finanzkrise und während der Corona-Krise der Fall. Die Menge des Geldes nahm schneller zu als die Summe aller Waren und Dienstleistungen. Die Folge: Das Geld verliert an Wert. Produkte und Dienstleistungen werden teurer.
Bei einer Deflation ist genau das Gegenteil gemeint: Die Menge des Geldes verringert sich, Dienstleistungen und Produkte werden günstiger.
Alle, die vor der stark gestiegenen Inflationsrate eine Immobilie gekauft und einen Kredit aufgenommen haben, können von der Inflation profitieren: Wenn das Geld an Wert verliert, sinkt auch die Schuldensumme, denn der festgehaltene Kreditbetrag bleibt bestehen. Je länger die Laufzeit, desto stärker profitieren Sie. Denn Ihre Kreditschulden werden durch die Inflation entwertet.
Das gilt allerdings nur für Kredite mit festgehaltenem Kreditbetrag. Anders ist das bei Krediten mit variablen Zinsen. Hier können sich die Zinsen während der Kreditlaufzeit ändern. Die Inflation hat in diesem Fall zu einem höheren Zinssatz mit steigender Teuerungsrate geführt.
Auch wenn die EZB den Leitzins im Juni 2025 noch einmal auf 2,15 Prozent gesenkt hat, sind die Bauzinsen immer noch auf einem stabilen Niveau.
Die Immobilienpreise sind bis 2022 laufend gestiegen. Seit 2023 ist ein leichter Rückgang erkennbar. Seit 2024 bis heute sind die Preise stabil.
Laut Statistischem Bundesamt sind die Mieten in Deutschland in den letzten Jahren weiter gestiegen. Für 2024 lagen sie beispielsweise 7,5 Prozent über dem Basisvergleichsjahr 2020.
Die Kaufpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Verkauf, zum Beispiel bei einem Erbe, bei einer Scheidung, im Alter oder weil die Immobilie zu groß ist, kann weiterhin sinnvoll sein. Mit dem Verkaufserlös können Eigentümer sich zum Beispiel eine passende Immobilie kaufen.
Sie sind sich unsicher, ob der Verkauf das Richtige für Sie ist? Dann lassen Sie sich von unseren Experten unverbindlich beraten.
In weiterhin anhaltenden Zeiten der Inflation kann ein Kauf sinnvoll sein – vor allem auch angesichts der immer weiter steigenden Mietkosten.
Auch der Kauf einer Immobilie und die anschließende Vermietung kann sich lohnen. Schließlich sind Mieteinnahmen weitestgehend inflationsgeschützt. Eine Senkung der Mieten ist in Zukunft eher unwahrscheinlich. Vermieter müssen inzwischen allerdings höhere Neben- und Betriebskosten einplanen.